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Eine Hommage an Norma Marlies Aviolat-Wüst

Bei der Herzig Interlook AG ging es noch nie nur um Produkte, Materialien und Lieferungen. Es geht um Verantwortung – gegenüber unseren Partnern in der Zweithaarbranche und vor allem gegenüber den Menschen, für die diese Lösungen bestimmt sind.

Dieses Verständnis hat Norma Marlies Aviolat-Wüst geprägt wie kaum jemand. Nicht theoretisch. Nicht aus Distanz. Sondern aus einem Leben, in dem Verantwortung früh begann und nie mehr aufgehört hat.


Ihr Vater führte als Barbier seinen Salon mitten in der Aarauer Altstadt, an der Rathausgasse 27.

Als er mit nur 39 Jahren verstarb, war Normanoch ein Kind – keine sechs Jahre alt. Ihre Mutter führte den Salon weiter, später übernahm ihn Normaselbst. In dieser Familie war Arbeit nie nur Beruf. Verantwortung war Realität: Man übernimmt, man trägt, man macht es richtig.

Wer ihr im Salon begegnete, merkte schnell: Sie war freundlich, ja. Aber nicht beliebig. Sie hatte einen Anspruch – und der galt nicht nur der Frisur, sondern dem Menschen dahinter.

In Lausanne lernte sie Michel Aviolat kennen, die Liebe ihres Lebens. Er zog von Renens bei Lausanne nach Aarau. 1972 gründete er die Herzig Interlook AG, Hersteller und Zulieferer für die Schweizer Zweithaarbranche: für Zweithaarhändler, Coiffeure, Coiffeur-Berufsschulen – und auch für Film und Theater. Es war das Umfeld, in dem Normas Weg zur Zweithaarspezialistin nicht nur möglich wurde, sondern konsequent.

Auch innerhalb der Herzig Interlook war Norma Marlies Aviolat-Wüst eine prägende Kraft unseres Familienunternehmens: mit ihrem Blick fürs Detail, ihrem Qualitätsanspruch und ihrem Gespür für die Menschen, für die all diese Arbeit am Ende bestimmt ist.

Nur: Für sie war Zweithaar nie nur ein Produkt. Und „Perücke“ ein Wort, das sie nicht mochte. Zu viele Klischees, zu viele lächerliche Bilder, zu wenig Respekt. Sie wusste, was diese Arbeit wirklich bedeutet: dass jemand nicht nur Haare verliert, sondern Selbstverständlichkeit.

Wer sie bei der Arbeit erlebte, sah keine Routine. Sie dachte in Personen, nicht in Modellen. Ob Kind, Dame oder Herr – im Mittelpunkt stand immer das Spiegelbild des Einzelnen.

Norma Marlies Aviolat-Wüstarbeitete präzise, Haar für Haar, aber nie mechanisch. Sie suchte nicht nur die perfekte Optik, sondern das echte Bild. Ein Haarersatz durfte nicht aussehen wie „frisch vom Coiffeur“. Eher wie eine Woche nach dem Schnitt: unauffällig, selbstverständlich. So, als wäre es nie anders gewesen.

Für sie war Haar nie Oberfläche. Es war Identität: «Jeder Wirbel, jede Unregelmässigkeit wird erfasst und exakt nachgebildet.»

Wer glaubt, das sei nur Handwerk, unterschätzt, was in solchen Momenten passiert. Menschen kommen nach Therapien, nach Unfällen, nach Monaten, in denen der Körper fremd wird. Und gehen nicht „verschönert“, sondern wieder stimmig – als sie selbst.

Als Unternehmerin war sie konsequent. Sie konnte streng sein – aber nie ungerecht. Sorgfalt war Standard. Qualität nicht verhandelbar. Wer mit ihr arbeitete, wusste: Es geht nicht darum, ob etwas „gut genug“ ist. Es geht darum, ob es stimmt.

 

Norma Marlies Aviolat-Wüst ist am 04.02.2026 in Aarau im Beisein Ihrer Familie verstorben.

Für die Herzig Interlook AG bleibt sie mehr als ein Name. Sie bleibt Massstab und Richtung – in unserer Haltung, in unserem Qualitätsanspruch und im Respekt gegenüber jedem Menschen, für den unsere Arbeit am Ende bestimmt ist.

Mit Dankbarkeit
Familie Aviolat & das Team der Herzig Interlook
Michel Aviolat · Laila Aviolat · Steve Aviolat

 

Wir nehmen Abschied: 
Am Freitag, 27. Februar 2026, um 10.00 Uhr auf dem Friedhof Rosengarten beim Kolumbarium in Aarau.

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